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Gaba, Glucosamin, Glutamin, Glycin

GABA

GABA ist die Abkürzung für Gamma Aminobuttersäure. Sie bewirkt im Körper eine erhöhte Wachstumshormonausschüttung und schützt die Muskelzellen vor dem Abbau (anti-katabole Wirkung). Wie genau dies geschieht ist weitgehend ungeklärt. Wahrscheinlich ist, dass GABA auf gewisse Neuronenketten wirkt, die den Hypothalamus stimulieren, mehr HGH (Human Growth Hormon) auszuschütten. Ebenso scheint durch GABA die HGH-Effizienz verstärkt zu werden. Bei einer Einzelgabe von 5 Gramm GABA kann es zu einer Erhöhung des HGH-Wertes um das bis zu sechsfache kommen, die bis zu drei Stunden anhält und erst dann langsam abflaut. Des weiteren reduziert GABA den Cortisonspiegel (Cortison ist ein in der Nebenniere produziertes muskelabbauendes Hormon).

Man sollte GABA kurativ über einen Zeitraum von 8-12 Wochen einnehmen. Hierbei sind Tagesdosen von 4 Gramm zu empfehlen, aufgeteilt in 1 Gramm morgens nach dem Erwachen und 3 Gramm abends vor dem Schlafengehen, was den zusätzlichen Effekt hat, die Schlafqualität merklich zu verbessern. Nebenwirkungen gibt es bei dieser Dosierung nicht. Erwähnenswert ist auch eine Kombination mit OKG (10 Gramm/Tag) oder Clenbuterol, da beide Substanzen in ihrer anti-katabolen, sowie in ihrer HGH-ausschüttenden Wirkung einen synergistischen, das heißt sich verstärkenden Effekt mit Gaba bewirken. Nach dieser Zeit der regelmäßigen Anwendung, immer eine entsprechende Ernährung vorausgesetzt, sollten zumindest zwei Kilogramm Muskelmasse dazu gewonnen und Körperkraft und Muskelkonturen spürbar verbessert sein.

 

Glucosamin

Glucosamin (Chitosamin, Aminoglucoseist) ein wichtiger Bestandteil von Bindegewebe, das für den Aufbau von Knorpel, Sehnen und Bändern benötigt wird. Es wird vom Körper aus Glucose und Glutaminsäure gebildet.

Glucosamin kommt in tierischem Knorpelgewebe, z. B. Haifischknorpel oder Muschelextrakt vor.

Bei hoher Belastung der Gelenke zum Beispiel durch Leistungssport, einseitige Belastung usw. kann es zu Knorpelschädigungen kommen, die   nicht schnell genug vom Körper repariert werden können und zu Gelenkschmerzen führen. Eine zusätzliche Einnahme von Glucosamin fördert die Bildung und Regeneration dieser Knorpelgewebe.

Die übliche Dosierung liegt zwischen 500 und 1000 mg.

Quellen:
A. Drovanti et al.: "Therapeutic Activity of Oral Glucosamine Sulfate in Osteoarthritis...", Clin. Ther. 3 (1980): 260-272

Glutamin

L-Glutamin wird als "bedingungsweise essentielle" Aminosäure bezeichnet. Es ist die am meisten in der Skelettmuskulatur vorkommende Aminosäure. Über 50% aller freien Aminosäuren bestehen aus Glutamin. Glutamin kann im Körper zu Glutaminsäure umgewandelt werden und umgekehrt. Der Körper kann Glutamin unter Aufnahme von Ammoniak aus Glutaminsäure bilden. Glutamin ist sehr hitzeempfindlich und kann im Körper leicht zu Glutaminsäure und Ammoniak umgewandelt werden. Weiterhin wird durch die zusätzliche Gabe von Glutamin die Syntheserate des Organismus reduziert, was mit einer Verminderung der Ammoniakentgiftung gleichzusetzen ist. Ammoniak (NH3) ist ein toxisches Gas, das in Form von Harnsäure im Urin ausgeschieden wird und unter anderem zu Gelenkproblemen führen kann. Eine Supplementierung sollte daher über maximal 8 Wochen, gefolgt von einer mehrwöchigen Pause, erfolgen, um die toxische Belastung des Organismus mit Ammoniak zu reduzieren.

Glutamin kommt in fast allen Proteinen vor. 
Besonders große Mengen an Glutamin sind in:
Gliadin (Weizenprotein) (31 %), Casein (24 %), Molkeprotein (7 %), Mais- und Sojaprotein (6 %) enthalten. Natriumglutamat wird vielseitig als Würzmittel und Geschmacksverstärker eingesetzt.

Mangelerscheinungen sind geschwächter Immunstatus und verzögerte Wundheilung.

Sportler haben einen stark erhöhten Bedarf an Glutamin. Glutamin spielt eine Schlüsselrolle in der Verhütung von Ermüdungszuständen und Folgen des Übertrainierens. Je nach Intensität der körperlichen Belastung sollten zwischen 5 und 20 Gramm eingenommen werden. Für die optimale Resorption von Glutamin ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B6 erforderlich.

Glutamin und Energie

Glutamin ist der Hauptbrennstoff für schnell teilende Zellen wie den Darmzellen. So wird einleuchtend, weshalb oral eingenommenes Glutamin zu 85% das Passieren des Darmtraktes nicht übersteht. Stabiler sind Di- und Tripeptide. Diese werden außerdem vom Körper besser resorbiert als die freie Aminosäure und vermindern die Wahrscheinlichkeit einer ungewollten Umwandlung in Ammoniak.

Glutamin kann in den Nieren in Glucose umgewandelt werden und zwar ohne die Glucagon- und Insulinwerte zu beeinflussen. Somit trägt es gleichfalls zu einer Energiegewinnung bei, die die durch das Insulin hervorgerufene Fetteinlagerung zu umgehen in der Lage ist. Es wirkt, wie auch Untersuchungen an Mäusen bewiesen haben, der Nahrungsfettspeicherung entgegen, hilft folglich bei der Regulierung des Körpergewichts.

Auch den Zellen des Immunsystems dient Glutamin als Brennstoff, so dass eine Wirkung auf das Immunsystem wenigstens nicht auszuschließen ist. Bei Krankheiten wird die Rekonvaleszenz (Erholung) durch Glutamin beschleunigt.

Glutamin und die Proteinsynthese

Glutamin steht im direkten Zusammenhang mit der Proteinsynthese, da es für den Transport von Stickstoff, einem Bestandteil von Proteinen, verantwortlich ist. Glutamin begünstigt die Resorption anderer Aminosäuren. Bei intensivem Muskeltraining kann der Körper bis zu 40 g Glutamin verlieren. Da dies mehr ist als der Organismus selbst synthetisieren kann, muss es schnellstmöglich wieder zugeführt werden, da die Muskelzelle sonst in einen katabolen Zustand fällt (Eine negative Stickstoffbilanz ist daher immer ein Zeichen von Muskelabbau).

Glutamin und die Hormonproduktion

Glutamin stimuliert die Testosteron- und Wachstumshormonausschüttung (HGH = Human Growth Hormon). Es verhindert somit durch die hemmende Wirkung dieser Hormone auf den Cortisolspiegel seinen eigenen Abbau nach hartem Widerstandstraining.

In einer doppel-blinden plazebo-kontrollierten Studie wurden 20 männlichen Probanden unterschiedlicher Trainingsstufen unmittelbar nach einem 30 minütigen Krafttraining entweder ein unwirksames Placebo oder Glutamin verabreicht. Diesen Vorgang wiederholte man unter Verwendung anderer Dosierungen zweimal und nahm jeweils unmittelbar nach dem Training, nach einer Stunde, nach zwei Stunden und nach vier Stunden die Blutwerte der Wachstumshormone, des ungebundenen Testosterons, des Insulins und des IGF-1 (Insulin-like Growth Factor-1).

Hormone Eine Stunde Zwei Stunden Vier Stunden
HGH 1,5 2,0 2,2
Freies Testosteron 1,1 1,3 1,2
Insulin 1,1 1,3 1,2
IGF-1 1,0 1,0 1,0

      

Hormone Zwei Gramm Vier Gramm Acht Gramm
HGH 2,0 4,0 3,6
Freies Testosteron 1,2 2,0 2,0
IGF-1 1,0 1,0 1,0

Wie aus den Studienergebnissen ersichtlich liegt die optimale Dosis bei 4 Gramm Glutamin. Die Einnahme muss in Wasser unmittelbar nach dem Training und auf nüchternen Magen und ohne Zugabe irgendwelcher Kalorien erfolgen.

Abzuwarten wäre noch eine Studie, die sich mit den Hormonwerten bei der Einnahme von Glutamin in Verbindung mit einem Protein-Kohlenhydrat-Getränk nach dem Training beschäftigt. Schließlich ist die positive Wirkung des Post-Workout-Shakes auf die Regeneration und die Proteinabbau- und -syntheserate schon seit langem kein Geheimnis mehr.

Quellen:
J. M. Lacey:"Is glutamine a conditionally essential amino acid?", Nutrition Reviews (1990) 48: 297-309
W. W. Souba et al.:"Glutamine metabolism" J. Par. & Ent. Nutr. (1990) 14: 45-50
A. J. M. Wagemaakers:"Amino acid metabolism, musular fatigue and muscular wasting: speculations on adaptations at high altitudes", Int. J. Sports Med. (1992) 13: 110-113
H. Gärtner/R. Pohl:"Der Steroidersatz", BMS-Verlag (1994)
M. Parry-Billings et al:"A communicational link between skeletal muscle, brain and cells of the immune system", Int. J. sports Med. (1990) 11: 122-128
M. Varnier et al.:"Effect of glutamine on glycogen synthesis in human sceletal muscle", Clinical Nutrition (1993) 12, Supplement 2
P. Stehle et al:"Glutamin – ein unentbehrlicher Nähstoff bei metabolischem Streß", Ernährungs-Umschau 43 (1996) 318
K. Arndt:"Leistungssteigerung durch Aminosäuren", Novagenics Verlag (1996)
C. B. Hensley:"Make mine Glutamine", Flex (US-Ausgabe, Februar 1999) 273-279

 

Glycin

Glycin oder auch Aminoessigsäure ist die kleinste Aminosäure und dient als Stickstofflieferant bei der Synthese nichtessentieller Aminosäuren. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Synthese von Bindegewebseiweiß. Glycin wird außerdem zur Mobilisierung von Glycogen aus der Leber benötigt, fungiert als Lieferant von Creatine und ist Bestandteil vieler Immunoglobuline und Antikörper.

Glycin kommt in fast allen Proteinen vor.
Besonders viel Glycin enthält Gelatine (24 g/100g). Reich an Glycin sind Fleisch, Leber, Erdnüsse, Hafer. Es fehlt aber z.B. in Milchproteinen.

Eine hohe Glycinzufuhr hemmt das eiweißabbauende Enzym Cathepsin D und mindert damit den Abbau von Bindegewebe. Glycin kann die Hypophyse zur verstärkten Ausschüttung von HGH anregen.

Quellen:
K. Arndt:"Leistungssteigerung durch Aminosäuren", Novagenics Verlag (1996)
E. Mindell: "Die Vitamin Bibel", Wilhelm Heyne Verlag München (1985)