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Saw Palmetto, Selen, Serin, Steroide, Stoffwechsel, Synephrin

Saw Palmetto

Saw Palmetto (Sägepalmen-Extrakt, Serenoa repens) bezeichnet das Extrakt einer kleinwüchsigen mittelamerikanischen Palmenart. Es konkurriert im Körper mit dem bei der Testosteronproduktion entstehenden Dihydrotetosteron. Dihydrotestosteron wird unter anderem für Haarausfall und Prostatawachstum verantwortlich gemacht.

Saw Palmetto kann dazu beitragen, die Prostata im Falle einer gutartigen Prostataschwellung wieder auf Normalgröße zu reduzieren. Noch ist zwar unklar, ob Saw Palmetto ausschließlich bei bereits entstandenen pathologischen Zuständen wirkungsvoll ist oder auch präventiv einsetzbar ist, es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass aufgrund der Konkurrenz des Extraktes mit dem vermeintlichen Verursacher Dihydrotestosteron um die gleichen Rezeptorstellen, eine präventive Wirkung entsteht.

Zur vorbeugenden Behandlung von Nebenwirkungen bei der Einnahme von testosteronspiegelerhöhenden Substanzen ist eine Dosierung von 100 bis 300 mg täglich empfehlenswert.

Quellen:
Flex, November 1999, Seite 53

 

Selen

Chemische Kurzbezeichnung: Se

Gängigste Handelsformen: Natriumselenit, Selenhefe

Hauptfunktion: Antioxidative Wirkung, Stärkung des Immunsystems, Entgiftung des Körpers

Mineralgehalt im Körper: nicht bekannt

Beeinflussende Stoffe: nicht bekannt

Vorkommen: Fleisch, Fisch, Eier, Vollkornprodukte, Gemüse, Knoblauch, Zwiebeln

Haltbarkeit in Lebensmitteln: nicht bekannt

Mangelerscheinungen: nicht bekannt

Überdosierungserscheinungen: Ab einer Menge von 200 - 400 mcg (toxisch): Müdigkeit, Übelkeit, Haarausfall, Gelbfärbung der Zähne

Bedarf eines Erwachsenen nach DEG: Männer 20 - 100 mcg / Frauen 20 - 100 mcg
Bedarf eines Sportlers nach Dr. Colgan: 200 - 400 mcg

Bemerkenswertes:

bulletOptimale Resorption in Kombination mit Vitamin E

 

Serin

Serin kann aus Threonin oder Glycin synthetisiert werden. Glycin und Serin können im Körper ineinander umgewandelt werden. Serin spielt eine wichtige Rolle im aktiven Zentrum von zahlreichen Enzymen. Weiterhin ist es Bestandteil von Phospholipiden und wird zur Synthese von Cholin und Acetylcholin sowie der Aminosäuren Cystein und Tryptophan benötigt.

Besonders viel Serin enthalten:
Eiprotein, Casein, Molkenprotein, Hafer- und Maisprotein.

Quellen:
K. Arndt:"Leistungssteigerung durch Aminosäuren", Novagenics Verlag (1996)
E. Mindell: "Die Vitamin Bibel", Wilhelm Heyne Verlag München (1985

Steroide

Wer Steroide nehmen will, der sollte sich möglichst viel ernsthafte Literatur besorgen und sich bestens informieren, denn die Steroidanwendung zur sportlichen Leistungssteigerung - im Bodybuilding daher vornehmlich zum Muskelaufbau - erfordert sehr viel Hintergrundwissen.

Die für den Sport interessanten Steroide gehören zur Gruppe der anabolen/androgenen Steroide. Es handelt sich hierbei in der Regel um synthetische Abkömmlinge des männlichen Sexualhormons Testosteron.

Testosteron wird hauptsächlich in den männlichen Keimdrüsen (Hoden, lat. testes) aus dem Prohormon Androstendion gebildet. Es bewirkt die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale des Mannes und fördert die Entwicklung der Muskulatur, des Knochenbaus und der roten Blutkörperchen. Es ist verantwortlich für das Wachstum von Körper- und Barthaaren, Kehlkopf und Stimmbändern, Penis, Prostata und Samenblase. Testosteron wird zur Aufrechterhaltung von Potenz und Libido benötigt. Es steigert Aktivität, Aggressivität, Spannkraft und Leistung.

Die Wirkung von Testosteron wird durch die weiblichen Sexualhormone (Östrogene) gehemmt. Natürliches Testosteron wird im männlichen Körper in Mengen von ca. 7 mg/Tag produziert, im weiblichen Körper in Mengen von ca. 0,3 mg/Tag.

Der Maßstab zur Einordnung von Steroiden ist das Testosteron selbst. Ist die anabole (muskelaufbauende) Wirkung des Steroids größer als die des Testosterons, so handelt es sich um ein anaboles Steroid, ist die androgene (vermännlichende) Wirkung größer, wird es als androgenes Steroid bezeichnet. In der Regel sind allerdings die Steroide mit ausgeprägter androgener Wirkung auch die, welche die ausgeprägtere anabole Wirkung haben, da die androgene Wirkung die anabole Wirkung bedingt. Steroid ist daher nicht Steroid. Ich möchte hier allerdings trotzdem einige der häufigsten unerwünschten Wirkungen aufzeigen.

Viele Steroide senken durch ihre Nachahmung des Testosterons und ihre damit verbundene Wirkung auf den gonadalen Regelkreis die körpereigene Testosteronproduktion. Dieser Umstand kommt allerdings erst zum Tragen, wenn man das Steroid wieder absetzt, daher sollte im Anschluss an eine Kur entweder auf ein anderes, schwächeres Steroid gewechselt werden, eine starke anti-katabole Substanz eingenommen werden oder ein Medikament, das die Testosteronproduktion wieder anregt, um einen sonst unumgänglichen Muskulatur- und Kraftverlust einzudämmen.

Einige Steroide neigen zur Aromatisierung. Sie werden vom Körper in Östrogen umgewandelt, welches sich je nach Veranlagung in Feminisierungserscheinungen äußern kann. Vermehrte Wasserretention, Fetteinlagerung und allen voran die Gynäkomastie, eine schmerzhafte, teils irreversible Anlagerung von Östrogen an den Brustdrüsen, können unmittelbare Folgen sein. Daher empfiehlt sich die Einnahme von Anti-Östrogenen wie Novaldex , welche mit dem Östrogen um die Rezeptoren konkurieren und so eine Rezeptor-Östrogen-Verbindung vermindern. Nachteil hierbei ist, dass das Medikament so lange eingenommen werden muss, bis das überschüssige Östrogen abgebaut ist. Sonst kommt es zu einem Rebound-Effekt und die Anlagerung erfolgt blitzartig nach Absetzen des Anti-Östrogens. Günstiger ist daher die Einnahme von Chrysin oder Proviron, Medikamenten die die Aromatisierung verhindern. Kein zusätzliches Östrogen - Ein Problem weniger!

Ein weiterer Punkt ist die kortisonunterdrückende Wirkung mancher Steroide. Nach Absetzen des Steroids hat sich natürlich eine beachtliche Menge Kortison angesammelt, das die dazugewonnene Masse förmlich auffressen würde. Folglich muss auch diese katabole Wirkung entweder mit anti-katabolen Wirkstoffen oder mit Kortison-Blockern aufgefangen werden. Ein antikataboler Wirstoff ist vielleicht ratsamer, da er wie oben bereits geschildert ohnehin Verwendung findet und ein Blockieren des Östrogens noch andere Nachteile nach sich ziehen kann. Der männliche Körper produziert es ja nicht, weil er Spaß daran hat!

Testosteron hat leider nicht nur eine Wirkung auf die Muskulatur, sondern wird auch mit dem Wachstum der Haarfolikel (Haarausfall) und der Prostata in Verbindung gebracht, so daß es ratsam ist auch hier chemisch einzugreifen, um die Wirkung weitgehendst auf die Muskulatur zu beschränken. Sogenanntes saw palmetto-Extrakt konkurriert mit dem Testosteron-"Abfallprodukt" Dihydrotestosteron, welches hierfür verantwortlich ist, um die Rezeptor-Andockstellen der Prostata und vermutlich auch der Haarfolikel, so dass diesem Problem wohl genüge getan ist.

Bedenkt man jetzt noch, dass die anabole Wirksamkeit in der Regel proportional zu den schädlichen Wirkungen verläuft, sollte man klar erkennen, dass es nicht ganz so einfach ist, wie sich nach dem Training ein paar Aminos einzuwerfen.

Noch ein paar abschließende Worte zum Thema Toleranz. In manchen Studios wird man schon schief angeschaut, wenn man die Worte Gaba oder Vanadyl Sulfat in den Mund nimmt. Noch abweisendere Reaktionen folgen ganz natürlich auf die Ansprache, Steroide nehmen zu wollen oder zu nehmen. Dies kommt zum einen durch fehlende Transparenz und Information, durch stereotype Abwehrmuster, die einem seitens vieler Pseudo-Naturals ("Nein, nein! Ich nehm` nichts! Ich ernähre mich nur gut!") eingeimpft werden und leider teils auch durch die amüsante bis lächerliche Zweischneidigkeit fast aller Bodybuilding-Zeitschriften, die ausschließlich Fotos von Yates, Sonbatti und ähnlichen Größen abbilden und auf den Folgeseiten von Chromium Picolinat und Vitamin C als Wunderwaffen schreiben.

Wer hat nicht schon mal müde eine Werbeanzeige belächelt, dessen abgebildeter 130 Kilo-Mann von den Werbetextern in den Mund geschoben bekommt, nur mit diesem Weight Gainer so stark geworden zu sein. Oder was ist mit den berühmten Vorher-Nachher-Bildern. Warum sind die Jungs und Mädels auf dem Nachherbild braun gebrannt, meist aus einem besseren Winkel abgelichtet und sehen irgendwie doch genauso aus wie vorher? Weil es eben so ist! Gutes Training und gute Ernährung bringen gute Erfolge und sind von elementarer Bedeutung - keine Frage - aber für wie blöd kann man denn seine Leser oder Supplementkunden halten, dass man ihnen so etwas auftischt? Über seine Grenzen kommt man nur mit guter Genetik und guter Pharmazeutika!

Jeder muss wissen, ob und welche Nebenwirkungen man seinem eigenen Körper zumuten will, um seine Ziele zu erreichen. Im Wettkampf-Bodybuilding - wie überall im Leistungssport auch - geht es traurigerweise nicht ohne Drogen. Allerdings sollte sich jeder Sportler, der keine Wettkampfambitionen hat, ernsthaft damit auseinandersetzen, ob die Einnahme von Dopingmitteln wirklich zweckmäßig ist oder ob man damit nur Komplexe zu beseitigen sucht, die unter Hilfe des richtigen Facharztes auch ohne Nebenwirkungen zu beseitigen wären.

 

Der Stoffwechsel

Jeder Organismus benötigt Proteine, Kohlenhydrate und Fette. Leider kann man keine verbindlichen allgemein gültigen Aussagen über die genauen benötigten Mengen dieser Makronährstoffe treffen. Trotz der gleichen Nahrungszufuhr können zwei Menschen unterschiedlich auf die gleiche zugeführte Nahrung reagieren. Während der eine sofort zunimmt, bleibt das Gewicht des anderen unberührt.

Hier kann die Unterteilung in verschiedene Stoffwechseltypen helfen. Man unterscheidet zwischen schnellen, mäßigen und langsamen Stoffwechseltypen.

Die Einordnung in eine der drei Gruppen kann anhand folgender Merkmale erfolgen. Wer einen langsamen Stoffwechsel hat, nimmt in der Regel relativ schnell zu und neigt in besonderem Maße zur Körperfettspeicherung. Ein mäßiger Stoffwechsel führt zu mäßigeren Gewichtszunahmen und ein schneller Stoffwechsel zu sehr geringen bis keinen Gewichtszuwachs. Eine Person mit schnellem Stoffwechsel hat für gewöhnlich einen geringen Körperfettanteil  und muss sich bei der Nahrungsaufnahme kaum einschränken.

Tabelle 1 - Nährstoffbedarf in Kalorienprozent, basierend auf der Stoffwechselrate

Tabelle 2 - Proteinbedarf in Gramm pro Kilogramm Körpergewicht,
basierend auf der Stoffwechselrate und dem Freizeitenergieumsatz

Die Tabelle geht von überwiegend sitzender Tätigkeit aus. Leichtes Training beinhaltet Spazierengehen, leichtes Joggen und sonstige sportliche Aktivitäten niedriger Aktivität. Schweres Training steht für Gewicht- oder Ausdauertraining, während intensives Training für besonders intensives Gewichts- oder Ausdauertraining steht.

>Bestimmung des Kalorien und Makronährstoffbedarfs

Wenn Sie nun Ihren Stoffwechseltyp festgestellt haben, müssen Sie nur noch Ihren Körperfettgehalt von Ihrem Körpergewicht abziehen und können anhand Tabelle 2 Ihren Proteinbedarf feststellen. Diesen multiplizieren Sie dann mit 4,5 (Proteine und Kohlenhydrate: 4,5 Kcal/g, Fett: 9,1 Kcal/g) und errechnen anhand dieses Wertes und den Werten aus Tabelle 1 Ihren restlichen Nährstoffbedarf.

Ausgegangen wird in folgendem Beispiel von einem 100 kg schweren Athleten mit einem langsamen Stoffwechsel, einem Körperfettgehalt von 10 Prozent und einem Trainingspensum von 4 Einheiten Kraft- und Konditionstraining pro Woche.

1. 10% von 100 kg = 90 kg fettfreie Körpermasse
2. 1,4 x 90 kg = 126 g Eiweiß pro Tag
3. 126 g x 4,5 kcal = 567 Kcal (27 Prozent der täglichen Proteinzufuhr)
4. 567 kcal : 27 = 21 (1 Prozent der täglichen Gesamtkalorienzahl)
5. 21 x 52 = 1092 Kcal; 1092 Kcal : 4,5 = ca. 242,5 g (Kohlenhydratmenge pro Tag)
6. 21 x 21 = 441; 441 kcal : 9,1 = 48,4 g (Fettmenge pro Tag)

Aus dieser Berechnung folgt für unsere Beispielsperson ein täglicher Bedarf von 126 g Eiweiß, 242,5 g Kohlenhydraten, 48,4 g Fett und einer Gesamtkalorienzahl von 2100 Kcal.  

Ausgehend von der Notwendigkeit der konstanten Nährstoffversorgung bedeutet dies an trainingsfreien Tagen 8 kleine, in etwa gleich große Malzeiten zu sich zu nehmen. Da die Nährstoffwerwertung gegen Abend abzusinken beginnt, sollte sich ab ca. 17.00 Uhr das Verhältnis Kohlenhydrate/Fette zu Proteinen zu Gunsten der Proteinzufuhr zunehmend verschieben, während die Nahrungszuführ morgens aufgrund der langen nahrungsfreien Zeit höher sein sollte als das Mittel.

Tabelle 3 - Kalorienverteilung auf die einzelen Malzeiten in Prozent und bezogen auf das Beispiel

 

Synephrin

Synephrin wird aus der Frucht der Bitterorange (citrus aurantium) gewonnen. In der Regel enthalten Nahrungsergänzungen zugesetzte Extrakte 6 Prozent Synephrin. 

Ähnlich wie Ephedrin bewirkt Synephrin eine Erhöhung des Ruhestoffwechsels und der Körpertemperatur. Während Ephedrin vornehmlich die Beta-Rezeptoren anspricht, bezieht sich die Wirkung des Synephrins primär auf die Alpha-Rezeptoren. Da die Beta-Rezeptoren für die Fettverbrennung wichtiger sind als die Alpha-Rezeptoren, lässt sich folgern, dass die Wirkung von Synephrin im Vergleich zu Ephedrin milder sein muss.

Eine Studie der Universität von Utah scheint diese Folgerung zu belegen. In einer placebokontrollierten Studie erhöhte sich bei den Ephedrin- und Synephringruppen gleichermaßen der Ruhestoffwechsel und die Körpertemperatur. Allerdings konnte lediglich bei der Ephedringruppe eine Erhöhung der Atemfrequenz als Zeichen der Fettverbrennung festgestellt werden. Man schloss aus der Studie, dass Synephrin in seiner Wirkung klar unterlegen ist.

Fragwürdig ist allerdings, inwiefern der Versuchsansatz vergleichbare Ergebnisse liefern kann. Beide Substanzen wurden nicht als alleinige thermogene Mittel verabreicht. Während beide Mittel additiv Koffein, Yohimbe und Quercetin enthielten, waren dem synephrinhaltigen Kombinat noch zwei chinesische Kräuter hinzugegeben. Auch die Dosierung wies starke unterschiede auf. Während bei der einen Gruppe 24 mg Ephedrin eingesetzt wurde, erhielt die Synephringruppe lediglich 10 mg des Wirkstoffes. M. E. ist dieser Versuchsaufbau nicht in der Lage, verwertbare Ergebnisse zu einem direkten Vergleich beider Mittel zu liefern. Beider Substanzen hätten wenigstens in gleicher Dosierung verabreicht werden müssen.

Synephrin hat ähnliche Nebenwirkungen wie Ephedrin. Muskeltremor, erhöhter Blutdruck und Nervosität sind Begleiterscheinungen, die sich allerdings nach einigen Tagen wieder normalisieren. Vorteilhaft sollte sein, dass die Wahrscheinlichkeit eines Herzmuskelwachstums in der Art eines Sportlerherzens geringer sein sollte als bei Ephedrin, da die notwendige Stimulanz der Beta-Rezeptoren ausbleibt

Quellen:
Flex, November 1999, Seite 54